Unsere Winterflucht 22.02.-xx.xx.2025

Teil 2

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Freitag, 14.03.2025

Drei Wochen sind wir nun unterwegs und haben dabei schon 4500 Kilometer zurückgelegt. Angetrieben durch das schlechte Wetter der Anfangszeit,

sind wir schneller als wir dachten quer über die Iberische Halbinsel gefahren. Momentan bewegen wir uns an der Westküste entlang nach Norden

und befinden uns heute Abend ca. 40 km vor Porto. Weit sind wir heute nicht gekommen, denn der größte Teil der Fahrtstrecke führte uns durch

Stadtgebiete und bewohnte Flächen. Die Straßen sind meistens sehr eng und und auch in keinem guten Zustand gewesen.

Einige Bilder haben wir aber machen können, die ich euch gerne zeigen möchte.

Zunächst begrüßte uns heute Morgen dieser interessante Elektrolurch.

Angefertigt aus einem alten Windradflügel verrichtet er nun sein Dasein als Kunstobjekt.

An der Costa Nova do Prado, einem Ortsteil von Gafanha da Encarnação, hat man im Rahmen der Aktion "Schöner Wohnen" den gesamten Ort

in ein prächtiges Farbenspiel umgewandelt. Es ist erstaunlich, welch Lebensqualität entstehen kann, wenn man ein bisschen Farbe ins Leben bringt.

Hier in dem kleinen Küstenörtchen ist jedes Haus ein Unikat.

Die meisten dieser kleinen Schmuckstücke sind natürlich dem Tourismus vorbehalten und stehen derzeit noch leer. Aber schon in den Osterferien

werden wohl kaum noch freie Häuser zu finden sein.

Die Kirche von Costa Nova do Prado steht direkt am Rande der Dünen, an der Atlantikseite.

Ein rausgeputztes Haus mit den regionaltypischen Fliesenornamenten.

In der Großstadt Aveiro, das Venedig Portugals, macht man gerne eine Kanalrundfahrt in den bunten Moliceiro-Booten.

Es hat sich eingebürgert, dass Menschen, die Aveiro besuchen, als Zeichen ihrer Freundschaft oder Beziehung Bänder an das Geländer binden –

und so diesen ansonsten schlichten Holzbrücken eine farbenfrohe und lebendige Ausstrahlung verleihen.

Und wenn es um die bläulichen Fliesen geht, dann spielt die Kirche von Cortegaça ganz vorne mit.

Die Igreja Paroquial de Cortegaça (Kirche Santa Marinha de Cortegaca)

Dieses markante religiöse Bauwerk, das durch sein azurblaues Kacheldesign (Azulejos) hervorsticht, ist ein prächtiges Exemplar der portugiesischen Kunst und Architektur.

Die Fliesenbilder verleihen der Kirche ein einzigartiges Aussehen und erzählen biblische Geschichten sowie Szenen aus dem Leben der Heiligen.

Die Kirche ist im neogotischen Stil errichtet und zieht aufgrund ihrer schönen Fassade, in der die traditionellen Azulejos dominieren,

viele Besucher und Fotografen an.

Gleich vor dem Eingangsportal befindet sich auch der alte Friedhof (Jazigos do Cemitério Velho), auf dem noch einige Totenhäuser zu sehen sind.

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Samstag, 15.03.2025

Für heute war die Durchfahrt der portugiesischen Hafenstadt "Porto" geplant. Da wir nur ungern in den Großstädten unterwegs sind,

aber auch nicht auf eine Besichtigung verzichten möchten, schauen wir uns die Orte meist nur vom Auto aus an oder halten,

wenn überhaupt möglich, für ein paar Fotos am Straßenrand an.

Klar könnten wir mit der Tram in die Stadt fahren, aber auch Sunny hat ihre Probleme mit der Hektik in den Großsstädten.

Trotzdem haben wir natürlich einige Bilder vom Ufer des Flusses Douro einfangen können.

Porto ist auf jeden Fall eine interessante Stadt, die wir uns anschauen werden, wenn Sunny irgendwann mal unser Rudel verlassen hat.

Von der südlichen Seite des tiefen Flusstales konnte man aber auch einen guten Eindruck über das Treiben in den Straßen der bunten Stadt bekommen.

Auch unterhalb des Klosters Mosteiro Santo Agostinho da Serra do Pilar fanden wir einen tollen Fotospot um einige Bilder von der Ponte Dom Luís I aufzunehmen.

Da der offizielle Stellplatz von Porto sehr weit außerhalb liegt und sich in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand befand, suchten wir einen Platz

auf dem Parkplatz eines Intermache´s auf. Dort war die V/E in ordnung und es lagen keine ausgekippten Kassetteninhalte

und andere Hygieneartikel unter dem Frischwasserhahn. In Portugal findet man in vielen Orten bei den Discountern wie Lidl und Aldi,

aber auch an den großen Kaufparks, immer wieder reservierte Parkflächen für Wohnmobile, an denen das Übernachten gestattet ist.

Wir hatten auf jeden Fall mit 2 weiteren Reisenden eine ruhige Nacht.

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Sonntag, 16.03.2025

Als wir heute unseren Kaffee getrunken hatten starteten wir zu dem Ort Viana do Castelo.

Hoch über der Stadt tront die riesige Kirche Santuário do Sagrado Coração de Jesus,

dem Heiligtum der Santa Luzia.

Der Aufstieg auf den Berg ist langwierig und beschwerlich, aber man kann auch für 2 Euro mit einer Standseilbahn oder dem eigenen Fahrzeug nach oben fahren.

Wir entschieden uns für die letztere Variante, denn oben vor der Kirche könnte man notfalls sogar auf dem Parkplatz übernachten.

Als wir gegen 9:45 Uhr an dem Heiligtum ankamen, waren wir noch fast allein und konnten uns ungestört umschauen.

Die Kirche war noch so gut wie leer, nur ein Organist spielte schon leise auf seinem Instrument Kirchenlieder.

Lange währte die Ruhe allerdings nicht, denn immer weitere Menschengruppen kamen auf den Berg, um das Bauwerk zu besichtigen

und den großartigen Ausblick auf die Stadt zu genießen.

Nachdem wir uns etwa 2 Stunden in dem Gelände aufgehalten hatten, starteten wir wieder und fuhren weiter auf der Küstenstr. Richtung Norden.

Es folgten wieder zahlreiche kleine Ortschaften, die mit ihrer gemütlichen Atmosphäre zum Bummeln oder einem schmackhaften Essen einluden.

Mit der Zeit, je weiter wir nach Norden kamen, wurden dann die kilometerlangen Sandstrände Portugals, von der galicischen Felsenküste abgelöst.

Auch an der Küstenstraße begegneten uns jetzt wieder die Hinweisschilder, die uns zeigten, dass wir uns auf dem Jakobsweg befinden.

Aber auch ohne diese Hinweisschilder hätten wir es an den vielen Pilgern bemerkt, die nun am Straßenrand unterwegs nach Santiago de Compostella waren.

Jetzt im Frühjahr sind wohl die meisten Pilger unterwegs, weil es noch erträgliche Temperaturen sind und nicht so heiß wie im Hochsommer ist.

Übernachtet haben wir dann in einem kleinen Ort an der Küste, von wo aus wir einen beeindruckenden Ausblick auf den Atlantik und seine schroffe Küste hatten.

Auf der folgenden Landkarte ist unsere bisherige Reiseroute durch Spanien und Portugal gut zu erkennen.

Und zum guten Schluss nun noch zwei Bilder von unserem heutigen Übernachtungsplatz.

Wir stehen heute an der Promenade und Parkanlage, Parque da Memoria, am Rande des Ortes Casalvito.

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Dienstag, 18.03.2025

Gestern hatten wir einen Tag pausiert und uns um die häuslichen Angelegenheiten gekümmert, weshalb es nichts Neues zu berichten gab.

Aus diesem Grunde machten wir uns heute schon zeitig auf den Weg in das benachbarte Fischerdorf, Combarro.

Das einzigartige Dörfchen Combarro ist aus Stein und auf Granit gebaut worden und drängt sich mit seinen Fischerhäusern, den steinernen Speicherkammern,

die wie kleine Totenhäuser auf den Friedhöfen aussehen, und mit vielen Wegkreuzen ganz eng an das Meer.

Der kleine Küstenort zählt mit seiner Bauweise zu den Attraktionen in der Umgebung von Pontevedra, der Provinzhauptstadt.

Wir waren schon früh unterwegs und hatten so die Gelegenheit die Straßen und Wege menschenleer anschauen zu können.

Leider hatte sich das Meer am Morgen zur Ebbe zurückgezogen, denn bei Flut reicht es bis an die Mauern des Ortes heran.

Überall findet man verwinkelte Gässchen und kleine Terrassen, die eine besondere Atmosphäre ausstrahlen.

Die Assesoires der Fischer sind vielerorts zu entdecken und in den zahlreichen Terrassenrestaurants werden die frischen Meeresfrüchte zum Verzehr angeboten.

Immer wieder gibt es kleine Gassen, die wiederum zu neuen Ansichten und Perspektiven des Ortes führen.

Und als wir uns wieder auf den Weg zu unserem Fahrzeug machten, sahen wir eine Gruppe von Rentnern,

die gemeinsam auf dem Marktplatz in der Altstadt ihre Frühgymnastik machten.

Uns führte der Weg weiter an der Küste entlang und wir bekamen nach fast jeder Straßenbiegung neue Ansichten von dieser reizvollen Landschaft geboten.

Zum einen natürlich die schmucken Orte mit ihren bunten Häusern und den Schiffsanlegern....

....und zum anderen menschenleere Strände und traumhafte Küstengebiete.

Und wenn man aufmerksam und neugierig durchs Land kommt, dann entdeckt man vielleicht auch mal eine der seltenen Wohnmuscheln.

Für die kommende Nacht haben wir uns jetzt einen eigenen "Gute-Nacht-Leuchtturm" ausgesucht.

Solche Übernachtungsplätze findet man nicht einfach im Vorbeifahren und man hat Glück, wenn sie dann noch nicht komplett belegt sind.

Wir wünschen allen unseren Lesern ebenfalls eine gute und erholsame Nacht.

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Mittwoch, 19.03.2025

Seit uns vor einigen Tagen der Ladebooster durchgebrannt ist, kann unsere Lithium-Aufbaubatterie nicht mehr vollständig aufgeladen werden.

Aus diesen Grunde haben wir beim Frühstücks-Kaffee beschlossen, dass wir noch heute nach A Coruna zu fahren und zu schauen,

ob wir dort ein Ersatzgerät bekommen können. Laut meiner Google Recherche sollen dort 3 Händler dieses Teil in ihrem Verkaufsprogramm haben.

Also ging es gleich nach der Gassirunde mit Sunny auf den 120 km langen Weg nach A Coruna.

Dort angekommen fuhren wir alle Händler ab und bekamen von ihnen immer wieder die gleiche negative Auskunft:

"Hier in Galicien werden Sie ein solches Gerät so schnell nicht bekommen."

Als wir eigentlich die Suche schon aufgegeben hatten, kamen wir noch in einem Vorort an einem Wohnmobilhändler vorbei.

Hier waren die jungen Mitarbeiter/innen sehr hilfsbereit und boten an, uns innerhalb von 2 Tagen ein Ersatzgerät zu besorgen.

Das hörte sich doch gut an und wir nahmen das Angebot dankend an.

 

Wir zogen daraufhin zu einem nahegelegenen Strand und bezogen dort unseren Warteplatz, denn der Booster sollte voraussichtlich am Freitag geliefert werden.

Hier war es wohl recht windig, aber der Platz war ruhig und schön an der Küste gelegen. Nachts waren wir allein dort und wir hörten nur die Wellen des Meeres.

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Donnerstag, 20.03.2025

Heute erledigten wir einige Einkäufe und fuhren dann zu unserem Parkplatz an der Küste, um auf den Anruf der Werkstatt zu warten.

Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, dass der Ladebooster erst am Freitag abgeholt werden kann. Umso mehr freuten wir uns dann,

als heute Nachmittag gegen 17 Uhr der erlösende Anruf kam, dass unser Ersatzteil bei der Firma zur Abholung bereit liegen würde.

Wir starteten daraufhin sofort zu dem 8 Kilometer entfernten Händler und nahmen das Päckchen mit Freude in Empfang.

Als wir dann wieder an unserem Übernachtungsplatz ankamen, machte ich mich sofort an die Arbeit, um das neue Ladegerät auch gleich einzubauen.

Es sieht auf dem Foto zwar alles sehr konfus aus, aber nur der wahre Fachmann beherrscht das Chaos.

Auf jeden Fall war die Arbeit in weniger als einer Stunde erledigt und wir waren für die Weiterreise wieder startklar.

An dieser Stelle allen Mitarbeiter/innen der Firma "Yakart Autocaravanas" unseren besten Dank für die zuvorkommende Unterstützung.

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Freitag, 21.03.2025

Wir sind heute Morgen sanft, vom Prasseln des Regens, geweckt worden. Wieder so ein Tag, wie wir ihn eigentlich nicht brauchen können.

Es regnete wie aus Eimern und so dachten wir uns, dass wir bis zu dem Ort (Cee) wieder zurückfahren, an dem wir am Mittwoch die Reise unterbrochen hatten,

um nach A Coruna zu fahren. Unterwegs legten wir dann noch eine längere Pause ein, um in einem Waschsalon unsere Schmutzwäsche zu waschen.

Als alles wieder getrocknet in unseren Schränken verstaut war fuhren wir bei schönsten Regenwetter weiter nach Cee.

In Cee gibt es einen schönen Stadtstrand, der aus der Luft gesehen einen exakten Halbkreis abbildet.

Dieses Foto habe ich 2023 von dem Strand gemacht, bei dem heutigen Wetter wäre es unmöglich gewesen solch ein Bild zuerstellen.

Ein ähnliches Foto aus größerer Höhe als es mir erlaubt ist, wurde auch schon als Hintergrundbild (Wallpaper) für Microsoft´s Windows 11 erstellt.

Und zum Abend haben wir uns dann wieder ein friedliches Plätzchen am Kai eines kleinen Fischerhafens in der Nähe von Cee gesucht.

Morgen wollen wir die Strecke, die wir am Mittwoch verlassen haben, weiter verfolgen und zum "Ende der Welt" fahren.

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Samstag, 22.03.2025

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem man am liebsten gar nicht aufstehen möchte. Die ganze Nacht lang prasselte der Regen auf das Dach des

Wohnmobils und der starke Wind tat sein Übriges dazu.

Gegen Mittag blickte dann aber ab und zu die Sonne durch die Wolken und wir fuhren doch noch nach Finisterre, dem angeblichen "Ende der Welt",

denn übersetzt bedeutet Finisterre bzw. Fisterra „Ende der Erde“.

Die Kirche "Nuestra Señora de las Arenas" <, aus dem 12. Jahrhundert, im Dorf Finisterre, zeigt uns den Weg zum Kap.

Für viele Jakobspilger gilt das Kap als das eigentliche Ende des Jakobswegs – der Camino a Fisterra endet hier.

Die Wanderer setzen ihren Weg von Santiago de Compostela dorthin fort oder besuchen es nach dem Ende ihrer Wallfahrt mit dem Bus.

Aufnahme in der Pilgerherberge von Fisterra erhalten jedoch nur diejenigen, die zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad

die Strecke von Santiago nach Fisterra zurückgelegt haben.

Wenn man über das Kap hinaus auf den weiten Atlantik schaut, kann man wirklich den Eindruck bekommen, dass hier die Welt zu Ende ist.

Der Kilometerstein 0,00 km vor dem "Faro de Finisterre", dem Leuchtturm.

Alle wollen einmal das "Ende" sehen oder aber einen Pilgerschuh fotografieren.

Hier am Kreuz über dem Kap Fisterra haben Jakobspilger, angefangen von Steinen und Muscheln bis zu alten T-Shirts

und herunter gelatschten Wanderschuhen, alles hinterlassen.

Auf dem Weg zurück zu unserem Auto konnten wir auch noch einen Blick zum ehemaligen Stellplatz des Kap´s werfen,

der allerdings von den spanischen Behörden seit dem letzten Jahr dauerhaft mit Felsbrocken versperrt wurde.

Im April 2023 sah es an dieser Stelle noch ganz anders aus und man musste Glück haben, wenn man dort einen freien Platz bekam.

Ein schöner Übernachtungsplatz, mit direktem Strandzugang war dann auch recht schnell gefunden.

Und so blieb noch die Zeit, um mit Sunny noch einen Spaziergang durch den feinen Sand zu machen.

Bis auf ganz wenige Einzelpersonen waren wir vollkommen alleine dort und so konnte unsere kleine Fellnase mal wieder,

ohne die lästige Leine, so richtig Gas geben.

Der Sandstrand ist für Sunny immer wieder ein ganz besonderes Highlight. Da wird aus reiner Lebensfreude gerannt,

gespungen und nach Strandgut gesucht.

Ein Fundstück von Sunny: Sterne am Strand

Das waren unsere heutigen Erlebnisse in Kürze. Wir senden die besten Grüße aus Galicien und würden uns freuen,

wenn ihr uns auch weiterhin auf unserer Tour begleitet.

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Sonntag, 23.03.2025

Weil es uns an diesem Ort so gut gefallen hat, sind wir noch einen weiteren Tag dort geblieben und haben ein bisschen die Seele baumeln lassen.

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Montag, 24.03.2025

Heute sollte es aber weiter gehen und so erledigten wir recht schnell unseren Versorgungskram

und machten uns bei grauem Himmel und vereinzeltem Nieselregen wieder auf den Weg.

Und weil wir uns gerne auf dem kleinen Küstenstraßen bewegen, bekommen wir im Allgemeinen auch recht häufig schöne Landschaften und Strände zu sehen.

Als erstes Besichtigungsziel haben wir uns die geheiligte Stätte von Murxia, Santuario da Virxe da Barca en Muxía, ausgesucht.

Das Heiligtum war ursprünglich ein vorchristlicher keltischer Schrein und ein heiliger Ort. Dieser Teil Spaniens war resistent gegen die Bekehrung

zum Christentum und wurde erst im 12. Jahrhundert bekehrt. Die Christen bauten zunächst eine Einsiedelei an diesem Ort

und später, im 17. Jahrhundert, die heutige Kirche.

Es gibt wohl nicht allzu viele Gotteshäuser, die so nahe an der Küste und dem tosenden Atlantik errichtet wurden, wie das

"Heiligtum der Jungfrau von Barca"

Auch die Ausstattung der Kirche ist sehenswert und hinter dem geschnitzen Altar befindet sich ein Ausstellungsraum, in dem einige

Gegenstände aus der vergangenen Geschichte des Heiligtums der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Einige Meter den angrenzenden Berg hinaus steht das gewaltige Denkmal, dass an die Ölpest erinnern soll,

die durch die Havarie des Öltankers "Prestige" verursacht wurde.

Der Felsstein ist 11m hoch und 400 Tonnen schwer und symbolisiert die Katastrophe von 2002.

Im Anschluss fuhren wir dann weiter und erreichten nach kurzer Fahrzeit den touristischen Fischerort Laxe.

Laxe fällt schon alleine durch seinen Sandstrand, mit feinen Sanddünen und den vielen bunten Häusern auf.

Aber auch in dem geschützten Hafenbecken gibt es reichlich zu beobachten.

Nun wurde es aber langsam Zeit, dass wir zu unserem heutigen Übernachtungsplatz kamen, denn wir hatten uns wieder einmal einen abgelegenen Ort,

gleich bei einem alten Leuchtturm ausgesucht. Diesen Ort kannten wir schon von unserer letzten Galicien-Tour.

Dass es heute so leer auf dem Parkplatz war hätten wir nicht gedacht, aber das wird wohl an dem ungemütlichen Wetter gelegen haben.

Hier an der Küste bei dem Leuchtturm herrscht immer eine sehr starke Brandung, bei der es einfach Spaß macht zuzuschauen,

wie die riesigen Wellen des Atlantik an den Felsklippen des nautischen Leuchtfeuers zerschellen.

So wie es aussieht, werden wir die Nacht wohl alleine hier an dem Ort der Naturgewalten verbringen. Es ist immer wieder ein grandioses Erlebnis.

So hatten wir heute, trotz des bescheidenem Wetter, wieder einmal eindrucksvollen Tag und wir freuen uns schon wieder auf die nächsten Erlebnisse.

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Dienstag, 25.03.2025

Die letzte Nacht zwischen dem tosenden Meer war schon recht laut. Gegen 0:45 Uhr hatte die Flut ihren Höchststand

und die Wellen zerschellten fortwährend an den Felsen. Trotzdem war es eine ungestörte Nacht für uns, denn wir blieben alleine dort.

Der Himmel war mal wieder grau in grau, aber es war Besserung angekündigt. Unser erstes Ziel war die Capela da Nosa Señora do Faro.

Die kleine Kapelle aus dem Jahre 1731, steht direkt neben dem 37m hohem Torre De Brantuas. Leider war die Kapelle ebenso geschlossen,

wie auch der Aufstieg zur Turmspitze. Zum Glück haben wir ja eine Drohne dabei und so konnten wir uns die 133 Stufen bis zur Turmspitze sparen.

Nach einer strapaziösen Fahrt über die kleinsten Straßen entlang der Küstenlinie und durch die Großstadt A Coruña,

kamen wir am Nachmittag an unserem ausgewählten Ü-Platz an. Es ist ein Parkplatz auf einem Hügel, zwischen zwei Leuchttürmen.

Die Türme signalisieren den einfahrenden Schiffen den Fahrtweg in den Hafen von A Coruña.

Hinter uns liegt der Badeort Mera, von dem man den Badestrand deutlich aus der Luft erkennen kann.

Wir haben unseren Platz gleich vor der Aula do Mer bezogen, in dem sich eine Ausstellung über maritime Gebrauchsgegenstände

und über den täglichen Einfluss des Meeres auf die Menschen befindet.

Auf der Felskuppe gibt es viele kleine Pfade, die zu verschiedenen Aussichtspunkten führen. Meisten verlaufen sie zwischen Stechginster

und der Helichrysum petiolare Pflanze, die auch im Volksmund Lakritz-Strohblume genannt wird.

Etwas unterhalb des Leuchtfeuers befindet sich noch die Plattform der Bateria de Mera, eine ehemalige Geschütz-Plattform aus dem Krieg.

Sie diente damals dem Schutz der Hafeneinfahrt von A Coruña.

Und am Abend gab es dann endlich mal wieder einen Sonnenuntergang, der diesen Namen auch verdiente.

Drei Leuchttürme auf einem Bild. Der Leuchturm Punta de Mera I, dann das historische, römische Leuchtfeuer von A Coruña, der Herkules,

und ganz weit dahinter das ewige Licht der Sonne, kurz vor dem Untergang.

Der Herkulesturm (span. und gal. Torre de Hércules) ist ein römischer Leuchtturm aus dem 2. Jahrhundert und das Wahrzeichen von A Coruña.

Der Leuchtturm ist das älteste aktive Sichtzeichen der Seeschifffahrt und zeigt ein weißes Blitzfeuer mit vier Blitzen und 20 Sekunden Wiederkehr,

welches eine Nenntragweite von bis zu 23 Seemeilen hat.

Spielerei mit der Sonne, die nun in dem Leuchtturm ihren Dienst verrichtet.

Nun ist es aber auch schon wieder Zeit um gute Nacht zu sagen und um sich auf den nächsten Tag zu freuen.

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Mittwoch, 26.03.2025

Als heute Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster schienen, war es spürbar anders, als bei diesen grauen, verregneten Tagen.

Wir spürten wieder Tatendrang und freuten uns schon beim Kaffee im Bett auf den heutigen Streckenabschnitt,

denn wir wollten weiter in Richtung Norden und hatten uns auch schon einige schöne Strände und Alternativen ausgesucht.

Da sich manche Menschen hier in Spanien mittlerweile auch schon von den vielen Wohnmobilisten belästigt fühlen und es in einigen Orten auch wirklich

zuviel des Guten ist, sollte man sich die Übernachtungsplätze sorgfältig aussuchen, damit man die Bewohner des Landes nicht verärgert.

Die erste große Stadt auf unserem Weg war Fene, die gemeinsam mit den Städten Ferrol und Narón an dem Ria de Ferrol liegt.

In Fene gibt es eine große Werft, die unter anderem auch die Fundamente für Offshore Windkraftanlagen und Bohrinseln herstellt.

Auf dem weiteren Weg entfernten wir uns dann aus den dicht besiedelten Gebieten und tauchten mehr und mehr in die großartige Natur von Nordspanien ein.

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass wir immer wieder an wunderschönen Stränden und schroffen Klippen vorbei kamen,

die der rauhe Atlantik in tausenden von Jahren an der spanischen Küste geformt hat.

Gegen frühem Nachmittag erreichten wir dann den ausgewählten Ort und waren von dem Anblick zunächst einmal überwältigt.

Wir stellten das Auto ab und machten als Erstes eine ausgiebige Strandwanderung.

Das tat uns allen unheimlich gut und wir genossen es barfuß durch den feinen Sand zu laufen.

Sunny ging dabei wieder einmal ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und räumte derweil das ganze Treibgut beiseite.

Man fühlte sich fast so, als sei man allein auf dieser Welt.

Unser rollendes Apartement haben wir auf einem Felsvorsprung abgestellt und haben dadurch, dass wir hoch über dem Strand stehen,

fast schon einen Rundumblick auf das Meer.

Gleich gegenüber von unserem Auto führt eine Holztreppe runter zum Wasser.

Auf einer der vorgelagerten Inseln befindet sich die kleine Kapelle "Ermita de Santa Comba". Die Insel kann man nur bei Ebbe trockenen Fußes erreichen.

Und gegen 20 Uhr gab es dann die typische Sonnenuntergangsstimmung in Farbe.

Hier ein paar Bilder ohne Worte.

Und mit diesen Fotos verabschieden wir uns für heute und wünschen allen Lesern eine gute Nacht.

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Donnerstag, 28.03.2025

Als wir heute aufwachten und aus dem Fenster schauten, waren die Fischerboote schon ausgefahren und die Ebbe hatte das Wasser wieder zurückgezogen.

Wir tranken unseren Kaffee und machten uns dann auf den Weg zu neuen Ufern. Noch ein letzter Blick auf den tollen Ü-Platz der letzten Nacht.

Die Fahrt war sehr kurzweilig, denn auch diese Strecke zum nächsten Ziel war anspruchsvoll und führte über einen Pass und durch zahlreiche kleine Küstenorte.

Am Nachmittag erreichten wir dann den Nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel und damit unseren heutigen Schlafplatz, das Nordkap von Spanien.

Der Leuchtturm, "Faro Da Estaca do Baro",  zeigt den Schiffen auf See die nördlichste Landmarke von Spanien und führt sie sicher um das Kap.

Sunny im Wind des nördlichsten Festlands von Spanien.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf unseren Ü-Platz.

Und damit sagen wir für heute "Gute Nacht" und bis morgen.

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Freitag, 28.03.2025

Heute Morgen war es wieder einmal grau am Himmel und die Wolkendecke verdeckte die ersten Sonnenstrahlen des Tages.

Wir hielten uns nicht mehr lange auf und starteten recht früh zu unserer nächsten Etappe.

Erster Fotostopp, die bunten Häuser von Porto do Barqueiro, ein kleiner Fischerort an der Meeresmündung des Flusses Sor Mañón.

Auch die weiteren Ortschaften boten mit ihren farbigen Häusern, ihren interessanten Buchten und Leuchttürmen, immer wieder schöne Fotomotive.

Monumento conmemorativo ao naufraxio da fragata Magdalena (1810)

(Denkmal zum Schiffbruch der Fregatte Magdalena)

Die Fregatte Santa María Magdalena erlitt zusammen mit der Brigg Palomo 1810 in Covas an der Ría de Viveiro Schiffbruch.

Die beiden Schiffe waren Teil der spanisch-englischen Flotte, deren Aufgabe es war, die kantabrische Küste gegen französische Angriffe zu verteidigen,

während der Nachschub im Gange war. In der Nacht vom 1. auf den 2. November 1810 kam es dann zu einem starken Sturm und die Fregatte Magdalena lief schließlich

am Strand der Ortschaft Covas auf Grund, wo die Wellen sie gnadenlos brachen. Die Brigg Palomo stürzte bei dem Sturm in die Klippen von Sacido,

wo es fast bis zum Morgengrauen blieb, als es in zwei Teile zerbrach. 480 Besatzungsmitglieder starben von der Fregatte Santa Maria Magdalena

und 70 von der Brigg Palomo. Insgesamt waren es 550, was es zu einer der größten Seetragödien an der spanischen Küste und zu der schlimmsten an der galizischen Küste macht.

Am nächsten Tag hinterließ das Meer hunderte von Leichen am Strand, so dass viele in den Dünen von Covas begraben wurden.

 

Sunny wusste von dem schweren Schicksal nichts und freute sich in ihrer ganz eigenen Art, dass sie mal wieder durch den weichen Sand springen durfte.

Sie kann´s nicht lassen! Immer wieder, wenn Sunny ein Stöckchen am Strand liegen sieht, möchte sie es beiseite schaffen.

Zum Glück fragt sie uns vorher immer, ob sie es auch wirklich darf.

Natürlich schauten wir uns im Verlauf unserer Route auch noch weitere Stellplätze an, um uns zu entscheiden, ob wir gleich dort bleiben oder noch weiter fahren.

Der Platz auf dem oben gezeigten Bild hatte uns eigentlich sehr gut gefallen, .....

..... aber weil für die kommende Nacht wieder einmal Regen angesagt wurde, haben wir uns doch lieber für einen asphaltierten Untergrund entschieden.

Hier stehen wir einerseits an einem breiten Sandstrand und zum anderen an den schroffen Klippen der Granitfelsen,

an denen die gewaltigen Wellen mit tosenden Lärm zerschellen.

Um die Größenverhältnisse zu verdeutlichen konnte ich meine liebe Frau dazu überreden sich auf die Felsen vor den Wellen zu setzten.

Den Ausgang dieser Geschichte könnte man in dem Spiel:  "Und was geschah dann?"  erraten ;-)

Man findet aber nicht nur Sand und Felsen hier am Strand. Überall, wo sich etwas Platz an den Hängen der Strände bietet,

findet man zum Beispiel die leuchtenden Carpobrotus chilensis.

Carpobrotus chilensis ist eine essbare Sukkulentenart, die unter dem gebräuchlichen Namen Seefeige bekannt ist.

Sie wächst auf Sanddünen und Klippen an der Küste und wird im europäischen Süden auch häufig als Zierpflanze verwendet.

Bei den momentanen Temparaturen lässt sich dann auch schon mal eine kleine Mauereidechse zwischen den Steinen beobachten.

Und zum Schluss wieder ein Bild von unserem Schlafplatz. Wir stehen wieder einmal alleine dort und so wie es momentan (21:45 Uhr) aussieht

wird sich daran auch nichts mehr ändern. Allen "Mitreisenden" wünschen wir eine Gute Nacht.

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Sonntag, 30.03.2025

An diesem Wochenende haben wir mal eine Reisepause eingelegt und sind für zwei Tage an unserem schönen Ü-Platz geblieben.

Lediglich zur Ver- und Entsorgung sind wir ins nahe gelegene Foz gefahren und haben dort unsere täglichen Versorgungsarbeiten erledigt.

Im Hafenbereich von Foz gibt es einen offiziellen, kostenlosen  Stellplatz für Wohnmobile. Eine Versorgungsstelle ist gleich auf der anderen Straßenseite.

Schön, dass es solche Plätze gibt, aber.......

.....wir ziehen dann doch lieber auf´s Land und haben dort unsere Ruhe. Uns liegt das Kuschelcampen überhaupt nicht.

Außerdem ist auch die umgebende Landschaft viel ansprechender, als die alten Hafenbecken mit ihren muffigen Kanaleinleitungen.

Wir haben die 2 Tage mal richtig entspannt und haben ausgiebige Wanderungen entlang der großartig angelegten Spazierwege gemacht.

Entlang des Weges findet man in regelmäßigen Abständen Picknickstellen mit Bänken und Tischen und meist auch einer Trinkwasser-Säule.

Diese Plätze befinden sich in der Regel an großartigen Ausschaupunkten, von wo aus man den Naturgewalten des Meeres zuschauen kann.

Das Bild oben wurde vom Land aus fotografiert.

Und hier die gleiche Stelle aus der Sicht von der Meeresseite gesehen. Mit einer solchen Wucht schlagen hier die riesigen Wellen

unaufhörlich gegen die Steilküste und ihre Felsen.

 

Und dann war da noch die Begegnung mit einem schwarzen Briard und seinen Begleitern. Die Hundrasse "Briard", zu der Sunny ja auch gehört,

sieht man eigentlich nur sehr selten, umso mehr freut man sich, wenn man durch Zufall mal solch einem Exemplar auf der Straße begegnet.

Dieser Rüde war nochmals eine ganze Ecke größer als unsere Sunny, wohnte dafür aber auch in einem größeren Wohnmobil ;-)

 

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Text: Peter Seibt / Wikipedia

Fotos: Peter Seibt