Winterflucht 2019

Zwischen Dénia und Calpe

Hallo interessierte/r Leser/in,

schön, dass Du wieder zu unserem Reisebericht gefunden hast. An dieser Stelle wird in den nächsten Tagen und Wochen

wieder eine Fotodokumentation über unsere Winterflucht 2019 entstehen. Auch in diesem Jahr wollen wir wieder von Ende

Dezember bis Anfang April vor der ungemütlichen, kalten und dunklen Winterzeit fliehen und uns lieber in den

wärmeren und sonnigen Landschaften des europäischen Südens aufhalten. Was bietet sich da besseres an, als nach Spanien zu

fahren und dort, bei angenehmen Temparaturen und milder Wetterlage, auf den Frühling zu warten. Wie auch schon im

vergangenen Winter ist unsere Briard-Hündin  "Sunny" wieder mit dabei. Und wenn man sie so in den Tagen vor der Abreise

beobachtet, könnte man glauben, sie kann die Reise kaum noch erwarten.

Also wollen wir sie nun nicht mehr lange warten lassen und uns auf den Weg in die Sonne begeben. Auf geht´s!

Während Gitte und ich das Reisemobil einräumten, saß Sunny schon im Fahrzeug und beobachtete alles ganz genau.

Hauptsache sie wird nicht allein Zuhause vergessen.

Damit der Spanienaufenthalt in diesem Jahr nicht wieder von einigen Reparaturarbeiten unterbrochen wird, haben wir unser gelbes

 Mondauto, den Strandbuggy, gegen einen Smart eingetauscht. Damit sind unsere geliebten Offroadtouren zwar für´s erste gestrichen,

 aber dafür erhält man mit dem Smart doch eine ganze Menge Reisekomfort als Gegenwert.

Unsere erste Übernachtung machten wir am 26. 12.18, wie auch schon in den Jahren zuvor , in dem kleinen französischen Dörfchen

"Fontaine Francaise", in der Nähe von Dyjon.

Am zweiten Abend erreichten wir problemlos den Stellplatz von Peyriac de Mer, an den Salinen der "Petit Carmargue"

Wenn man mit dem letzten Liter Diesel über die Pyrenäen gerutscht ist, dann freut sich das Kraftfahrerherz , wenn man

in Spanien mit solchen Preistafeln empfangen wird.

Wir hätten zwar von Südfrankreich in einem Rutsch zu unserem Zielort durchfahren können, aber wir wollten gerne noch eine

Nacht auf dem Stellplatz von Castellón Grao verbringen. Dieser Platz ist uns im vergangenen Winter positiv aufgefallen.

Nicht zuletzt, weil er direkt am kilometerlangen Sandstrand liegt und über einen riesigen Hundestrand verfügt.

Auch die Innenstadt ist nur wenige 100 Meter von Stellplatz entfernt.

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Vollgetankt und gut ausgeschlafen ging es dann am nächsten Morgen auf die letzten 200 Kilometer

unserer 2100 Kilometer langen Anreise.

 

Unser Ziel in der Campingplatz "Vall de Laguar", in den Bergen zwischen Valencia und Alicante,

auf dem wir uns die nächsten Wochen aufhalten werden.

Schon vor unserer Abreise hatte ich mit der sehr freundlichen Mitarbeiterin des Platzes, Mari Nieves, alle Formalitäten zu

unserem Aufenthalt abgesprochen und einen passenden Platz reservieren lassen.

Die gesamte Korrespondenz wurde in deutsch geführt und alles hat wunderbar geklappt,

dafür unseren herzlichen Dank an Rezeption und an Mari Nieves.

Wir haben eine geräumige Parzelle, mit traumhaftem Ausblick auf die Ebene um Dénia, bekommen.

Schon der Blick aus unserer Windschutzscheibe ist hier ein Vergnügen.

Der Campingplatz ist insgesamt recht einfach gehalten, aber es ist alles sehr sauber und die Mitarbeiter sind zuvorkommend

und freundlich. Die Sanitärgebäude sind beheizt und es gibt überall heißes Wasser.

Direkt unterhalb des Campingplatzes, an der Zufahrtstraße, liegt eine kleine Wasserquelle und ein altes Waschhaus,

in dem die Frauen des Dorfes früher die Wäsche ihrer Familie gewaschen haben.

Der Campingplatz liegt am Ortsrand vom Campell, einem kleinen Bergdorf, welches nur ca. 20 km von Dénia entfernt,

auf 350 Meter Höhe, in den angrenzenden Bergen liegt.

Wir genießen immer wieder die phantastische Weitsicht über die Ebenen von Dénia, Jesus Pobre und Orba. Am Abend

verzaubern die roten Sonnenstrahlen die Landschaft mit ihrem warmen Farbtönen.

Wer gerne wandert, hat in der Gebirgslandschaft der Umgebung reichliche Möglichkeiten dazu. Überall ziehen sich

Wander- und Wirtschaftswege durch das schroffe Gelände.

 

Wir haben uns sehr darüber gewundert, dass die Mandelbäume in diesem Jahr schon im Dezember blühen.

Überall am Wegesrand finden wir blühende Pflanzen und die Bienen und Insekten gehen hier schon eifrig ihrer Arbeit nach,

denn allerorts summt und brummt es.

Auf den Wegen durch die Berge kommen wir immer wieder an alten, zerfallenen Bauten vorbei, die sich gut als

interessantes Fotomotiv eignen.

Unsere Sunny ist da ganz außer Konkurrenz, denn sie gibt mir in jeder Situation ein interessantes Fotomotiv.

Vereinzelt stehen hier oben auf den Bergkuppen noch kleinere Wirtschaftsgebäude,

die vielleicht in den Sommermonaten auch bewohnt sind. Zurzeit sind sie aber fest verschlossen.

Und immer wieder zwischen durch stehen die blühenden Mandelbäume am Wegesrand

und bilden mit ihren weißen Blüten einen hübschen Kontrast zu dem tiefblauen Himmel.

Wir bewegen uns über frisch asphaltierte Strässchen und kleineren Pässen zum Vall de Ebro.

Das Vall de Ebro bildet ein tiefes Tal zwischen zwei größeren Bergketten, westlich von Dénia.

In der weiten Ebene dieses abgeschiedenen Tales liegt auch die kleine, verträumte und gleichnamige Ortschaft, Vall de Ebro.

Dass die Berge dieser Region sich in grauer Urzeit wohl einmal unter dem Meeresspiegel befunden haben müssen, kann

man sehr gut an der Struktur dieser Felsen auf dem Foto erkennen. Es sind die Überreste eines urzeitlichen Korallenriffs,

welches durch die Erdplattenverschiebungen auf eine Höhe von etwa 700m über dem Meeresspiegel gedrückt wurde.

Im oberen, südlichen Teil des Tales, auf einer Höhe von ca. 600-650 Meter ü.n.N., kann man noch einige Eisbunker aus

dem 18. Jahrhundert finden. In diesen, 10m tiefen Bunkern, speicherte man den Schnee des Winters und nutzte ihn

über das ganze Jahr hinweg  auf den Märkten und Fischauktionen als Kühlmittel. Im Laufe der Zeit bildete sich dann

durch das Eigengewicht des gepressten Schnee´s eine feste Eisschicht die sich gut verarbeiten und transportieren ließ.

Dieser Text besagt:

Das Eis-Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Höhe des Schneehandels.

Es ist ein Bunker, in dem das Eis gehalten und aufbewahrt wurde. Im Herbst wurde die Umgebung dieses Bauwerks gereinigt

und der erste Schnee der Saison wurde gesammelt und mit Säcken durch das Fenster des Gebäudes gefüllt.

Im Inneren des Bunkers verteilten die Arbeiter es mit ihren Füße und mit Pickeln, mit Stroh abwechselnd, in Schichten.

Einmal voll, wurden die Öffnungen des Bunkers verschlossen um es kalt zu halten. Das Eis wurde in der Nacht zu den lokalen

Märkten transportiert und vor allem belieferte man die Häfen, wie z.B. Dénia.

Höhe: 635 m über dem Meer / Durchmesser: 9,50 m / Tiefe: 10 m

Volumen: 700 m3 / Wanddicke: 0,95 m

 

Fährt man nun über den kleinen Pass an den nördlichen Bergen, so gelangt man in das Vall de Gallinera, in das Tal der Kirschen.

Zurzeit sieht das Tal noch recht eintönig aus, alles ist dunkelgrün und zwischendrin einige winzige Orte, aber schon im

nächsten Monat beginnt hier die Kirschblüte, die dann das gesamte Gebiet in hellen Farben aufleuchten lässt.

Auf den Wiesen unter den Olivenbäumen hat sich schon jetzt, Anfang Januar, ein prächtiger Blütenteppich ausgebreitet.

Sehr zur Freude unserer Sunny.

So ganz ohne eine kleine Offroadeinlage geht es einfach nicht. Die einsamen Wege durch die herrliche Natur locken

uns zwischendurch auch mal gerne mit dem Smart auf die Schotterpisten.

Und an den Wegen und Straßen dieser Region befinden sich immer wieder größere Citrusplantagen, die derzeit voller Früchte hängen.

Ob Mandarinen, Apfelsinen oder Pampelmusen, hier findet man für jeden Geschmack die richtigen Früchte.

Auf unsere Frage an eine Plantagenbesitzerin, warum denn die ganzen Bäume jetzt in der Erntezeit immer noch voller Früchte hingen,

 erzählte sie uns, dass sich der mitteleuropäische Handelsmarkt lieber mit den günstigeren Früchten aus Nord- und Süd-Afrika

eindecken würde. Für die spanischen Plantagenbesitzer macht die Ernte keinen Sinn, wenn man die Früchte im nachhinein nicht

mehr auf den europäischen Markt bringen kann. Und so fallen jetzt die leckeren Früchte von den Bäumen

und verfaulen auf dem Boden. Den Bauern und Plantagenbesitzern entgeht der Lohn für ihre aufwendige Arbeit

und die vielen Erntehelfer, die hier in jedem Winter einen sicheren Job gefunden hatten, haben keine Beschäftigung mehr.

Es ist also auch in diesem Falle wieder einmal eine Frage des Profites, welche trotz der europäischen Union über die

Existenzgrundlage vieler tausend Menschen entscheidet :-(

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Freitag, 4.1.19

Inzwischen sind schon wieder einige Tage ins Land gezogen und wir hatten wieder neue Erlebnisse,

über die wir euch heute berichten wollen.

Am vergangenen Freitag sind wir schon früh am Morgen ins ca. 50km entfernte "Muro del Alcoy" gefahren. In diesem

Städtchen gibt es eine gute Ölmühle, die ein sehr hochwertiges Olivenöl produziert.

Dort angekommen, wurden wir von dem Besitzer der Mühle empfangen und er erklärte uns die unterschiedlichen Eigenschaften

seiner international prämierten Produkte. Natürlich durften wir auch von den Ölen kosten und es war ganz bestimmt genauso

interessant wie bei einer Weinprobe an der Mosel oder dem Rhein.

Als wir uns dann für 2 wohlschmeckende Öle entschieden hatten, konnten wir uns auch noch einen Teil seiner Anlage anschauen.

Auf dem Bild sieht man die Anlieferung der erntefrischen Olivenfrüchte, die aber auch noch Blätter und Ästchen enthalten.

Die komplette Lieferung fällt durch das Gitter in einen Bunker im Untergeschoß der Mühle und kann dort sogleich weiter

verarbeitet werden.

So in etwa sieht die Rohware aus. Es handelt sich bei dieser Zusammenstellung um eine Mischung für ein ganz besonderes Öl.

In einem weiteren Schritt werden dann die Olivenfrüchte vom Laub und dem restlichen Gehölz getrennt. Dies wird in

einer Anlage mittels Vibrationen und Druckluft erreicht. Der Prozess der eigentlichen Ölgewinnung wurde uns dann aber

leider nicht mehr gezeigt, da es sich um ein altes Firmengeheimnis handelt und zur Familientradition gehört.

Das fertige Produkt wird in unterschiedlichen Verpackungseinheiten verkauft. Fast jede Sorte dieser Ölmühle hat

schon große Preise erhalten und wurde selbst in den Vereinigten Staaten und in Japan schon einmal augezeichnet.

Da uns die Qualität des Öl´s überzeugt hat, nahmen wir gleich 12,5 Liter des guten Saftes mit.

Wenn man nun etwas von dem Öl in eine hübsche Glasflasche umfüllt,

hat man für kleinere Anlässe immer ein nettes Geschenk zur Hand.

Als wir dann die Kiste mit den Öl-Kanistern in dem Smart verstauen wollten, stellten wir fest, dass der große Karton nur

vorne in den Fußraum des Beifahrers passte, denn im Kofferraum hatte unsere Sunny ja schon ihren Platz bezogen.

Es war zwar etwas beengt, aber "besser schlecht gefahren, als gut gelaufen".

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Samstag 5.1.19

Heute hat uns der Campingplatz-Besitzer zu einem kleinen Fest in Campell eingeladen. Anfangs wusste ich gar nicht

so recht was er genau meinte, als er den Anlass der Feier erklärte. In dieser Region ist es Tradition, dass am Vorabend des Tages der

"Heiligen 3 Könige" eine kleine Feier für die Kinder des Dorfes durchgeführt wird. Gegen 20 Uhr zog eine 2-Personen-Kapelle,

mit Trommel und Clarinette, durch die Hauptstraße. Gefolgt von einem Traktor mit Anhänger, auf dem sich der Nachbau

eines kleinen Tempels und 10 verkleidete Personen befanden. Die 10 Personen waren die heiligen 3 Könige, 3 Diener und

4 Leibwächter. Alle hatten dunkle Sonnenbrillen auf und dicke Bärte, oder Gesichtstücher vor dem Gesicht

und waren prunkvoll gekleidet. (Ich musste unwillkürlich an die Protagonisten aus dem "Leben des Brian" denken)

Vor der Kirche warteten schon sehr viele Eltern mit ihren Kindern auf die 3-Könige mit ihren Gefolgsleuten,

die sie dann mit reichlichem Applaus begrüßten. Alle zusammen zogen dann in einen Festsaal des Dorfes

und nahmen auf den bereit stehenden Stühlen Platz.

Nun wurden jedes einzelne Kind mit Namen aufgerufen und musste auf das Podest zu den Königen hinaufsteigen.

Nach einer freundlichen Begrüßung der 3 Könige bekam das Kind dann ein Geschenk überreicht. Es hat uns viel Spaß

gemacht dem "Spielchen" zuzuschauen, denn die Kleinen waren zum Teil schon sehr beeindruckt von den dunklen Gestalten

und die "Könige" trieben so manchen Schabernack mit den Kindern. Wir haben uns im Nachhinein sehr über die Einladung des

Campingplatz-Besitzers gefreut, dass wir an diesem netten Brauchtum der Bevölkerung teilhaben konnten.

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Sonntag 6.1.19

Am vergangenen Sonntag war Trödelmarkt in Jesús Pobre angekündigt. Eigentlich wollten wir schon recht früh dort sein,

aber wie das so ist, wenn man keinen Wecker benutzt, haben wir ein wenig verschlafen.

Die Ortschaft "Jesús Pobre" liegt etwa 20km von unserem Standort entfernt und als wir dort ankamen war der Marktplatz

für diese Jahreszeit schon gut besucht.

Das Zentrum des Platzes ist eine offene Markthalle in der es eine Cafébar und Live-Musik gibt. Dort trifft man sich

und plaudert über dies und das oder schaut einfach nur dem Treiben auf dem Gelände zu.

Auf diesem Trödelmarkt werden die unterschiedlichsten Dinge angeboten und fast alles hat schon die besten Tage

hinter sich gelassen.

Die Bezeichnung "Trödelmarkt" ist in Jesús Pobre zutreffend, denn es werden hier ausschließlich Altertümer und Raritäten und

keine Neuwaren verkauft. Es gibt hier also nicht die übliche Chinaware, die auf vielen anderen Märkten angeboten wird.

Jeder Verkäufer hat seinen Spezialbereich und es reicht vom Schuhlöffel über Geschirr und Wandschmuck,

bis hin zu großen Möbelstücken. Der Markt ist in der Winterzeit an jedem 1. Sonntag im Monat, von 9-14 Uhr geöffnet.

Der Heimweg zu unserem Platz war dann auch recht kurzweilig, weil wir immer wieder schöne Landschaftsbilder

vor die Fotolinse bekamen. Auf diesem Bild ist es der Highway von Jesús Pobre nach Dénia.

Hier ein Gummibaum wie man ihn bei uns in so manchem Wohnzimmer vorfindet, nur ein klein wenig größer.

Gitte und Sunny in einer der vielen blühenen Kleewiesen.

Vorgestern, am Dienstag, haben wir nach dem Einkaufen mal einen Abstecher an den Strand zwischen Oliva und Dénia gemacht.

Sunny hatte so viel Spaß, dass sie beim Laufen kaum noch den Boden berührte.

Es war sehr mildes und angenehmes Wetter, genau richtig für einen Strandspaziergang.

Als wir gestern Nachmittag unseren Gassi-Spaziergang durch ein nahe gelegenes Felsgebiet machten, lag plötzlich diese

etwa 80 bis 90cm lange "Treppennatter" vor uns und tankte sich mit den warmen Sonnenstrahlen auf.

Obwohl diese ungiftige Schlange angeblich recht agressiv sein soll, kroch sie erst in aller Seelenruhe in das Gestrüpp

 zurück, als ich ihr ganz nahe gekommen bin, um diese Bilder zu machen.

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Heute ist Montag, der 14.1.19, und Sunny hat inzwischen ihre Magenverstimmung überstanden.

Als sie immer wieder das ihr Fressen erbrochen hatte, hatten wir uns schon echte Sorgen gemacht. Zum Glück war es

nach 2 Tagen wieder vorbei. Zeit, um mich mal wieder an den Bericht zu machen, denn in den letzten Tagen haben wir

schon wieder ein paar Touren gemacht.

Als Sunny wieder einigermaßen fit war, haben wir eine kleine Wandertour durch die Berge oberhalb unseres Campingplatzes gemacht.

Das Wetter war, wie die meiste Zeit seit wir hier in Spanien sind, klar und warm. Die leuchtenden Farben der blühenden

Mandelbäume geben der Landschaft immer wieder bunte Farbkleckse. 

Hier merken wir, dass der Frühling schon jetzt, mitten im Januar, den Bäumen und Pflanzen neue Kraft gibt.

Auch die Gänseblümchen auf den Wiesen strecken ihre Blüten der warmen Sonne entgegen.

Für unsere 23 Monate alte Sunny ist das alles höchst interessant.

Unterwegs, entlang der Wanderroute, finden wir immer wieder spannende Stellen für ein paar Fotos

und das Hundemädchen ist dann gerne ein lohnendes Fotomotiv.

Als wir den 840m Hohen Gipfel des Cavall Vert, des grünen Pferdes, erreichten, wurde der phantastische Ausblicke erst

einmal ausgiebig genossen.

Sunny passte genau auf, dass wir bloß nicht zu nahe an die steilen Abhänge gingen.

Ich hatte mir für diese Tour extra meine festen Wanderschuhe angezogen und wo ich mit denen hin trete,

da hinterlassen sie ihre Spuren. Auch in diesem harten Granitfels ;-)

Meine beiden Modells beim Fotoshooting.

 

Erstaunlich: Hier oben in den Höhenlagen des Berges finden wir Versteinerungen von Muschelschalen.

Diese Versteinerung war so groß wie mein Handteller. Die Muschel-Abdrücke sind ein eindeutiges Zeichen dafür,

dass dieser Landschaftsbereich in Urzeiten unter dem Meeresspiegel gelegen haben muss.

Heute, am Montag, haben wir mit dem Smart einen Ausflug gemacht. Dabei fuhren wir unter anderem durch die Berge

westlich von Calpe. Von dort oben konnten wir den Felsen, den Penya d`Ifac, am Strand von Calpe gut erkennen.

Auch hier oben haben die aufgeworfenen Felsen das Aussehen von trockenliegenden Korallenriffen.

Eine kleine Pause auf der Hochebene. Auch hier blühen überall die Mandelbäume.

Alte Mandeln aus dem letzten Jahr, frische Blüten und die ersten grünen Blattspitzen.

Und die ganze nähere Umgebung duftet nach den frischen Blüten.

Kurz vor der Passhöhe des Penya Talai (752m). Ein großes Landschaftsrelief zeigt uns an, wo sich welcher Ort befindet.

Der Gebirgspass des Penya Talai dient vielen Sport-Radfahrern als Herausforderung und Leistungsmessung.

Sie fahren allein oder in Gruppen so schnell als möglich den Berg hinauf und herunter.

Selbst mit dem Auto war es schwierig hinterher zu kommen. Bergab hatte man keine Chance mithalten zu können.

Nachdem wir die Radrennfahrer hinter uns gelassen hatten, fuhren wir mit dem Smart,

auf einer Strecke von über 5 Kilometer Schotterpiste, zu einem alten Flugplatz.

Die Start-und Landebahn befindet sich in einer Höhe von 950m und wird wohl nur noch sehr selten benutzt.

Am Ende der Rollbahn stürzt das Gelände steil in die Tiefe und ganz knapp vor dem Abgrund.......

.......befindet sich eine gemütliche Parkbank, von der aus man einen traumhaften Ausblick über die gesamte Landschaft,

bis hin zum Meer hat. Der Aussichtspunkt heißt: "Mirador del Pla de Moragues"

Etwa 100 Meter höher als die Landebahn steht das alte Tower-Gebäude und bietet einem eine eindrucksvolle

Aussicht auf die zerklüfteten Berge dieser Region. Hier, an der westlichen Seite des Berges Cocoll, geht es fast

senkrecht in die Tiefe.

Und wenn es das Wetter gut mit einem meint, dann kann man von diesem Punkt aus sogar in weiter Ferne die Mittelmeer-Insel

"Ibiza" erkennen.

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Hallo und guten Abend zusammen, wir haben gestern (16.1.19) mal wieder eine kleine Aktion unternommen,

über die ich euch kurz etwas berichten möchte.

Ich hatte in unserer "OpenStreetMap"-Landkarte (Tablet-App OsmAnd+) einen kleinen Wanderweg gefunden,

der uns zu einem alten Staudamm führen sollte. Dieser Staudamm wurde zwischen den engen Felsen eines Canyons gebaut,

um dort das Wasser des Riu Barranc aufzustauen und für die Menschen der Region nutzbar zu machen.

Wir fuhren also mit dem kleinen Smart bis zu dem Einstieg des Wanderwegs, der in etwa 100m Höhe über dem Flußbett,

zwischen einer Garage und einer Felswand, begann.

Nach einem kurzen Marsch kamen wir an den Ort, der wohl für uns das Salz in der Suppe war. Denn um zu dem versteckten

Staudamm zu gelangen mussten wir uns erst einmal durch einen etwa 170m langen, stockdunklen Tunnel tasten.

Der "Túnel de Isbert" wurde in der Zeit zwischen 1928 und 1944 gebaut und diente unter anderem auch dazu,

dass der Materialtransport zum Bau des Barranc Staudamms erleichtert wurde.

Was auf diesem Foto so gut beleuchtet aussieht, war in Wirklichkeit nur zu erahnen. Nur durch eine lange

Belichtungszeit und hochgedrehte ISO-Werte konnte man den Tunnel "scheinbar" erhellen. Real hatten wir lediglich

 unsere Smartphones um den Tunnel auszuleuchten. Dadurch, dass der Tunnel in der Mitte einen leichten Bogen machte,

konnte man den Ausgang des Tunnels über die ersten Meter nicht sehen und es war vor uns schwarz wie die Nacht.

Als wir den Ausgang erreichten war selbst unsere Sunny froh und machte sofort einen kleinen Sprint ins Freie.

Der Weg verläuft erst noch ein kleines Stück zwischen fast senkrechten Felswänden, um dann an einer Seite

steil in den Canyon abzufallen.

Die Schlucht "Barranco del Infierno" ist in diesem Bereich so eng, dass sich die gegenüberliegenden Felswände fast berühren.

In diesen schmalen Canyon gelangt wohl nur sehr selten mal ein heller Sonnenstrahl.

Hier kann man die eigentliche Staumauer gut erkennen. Sie ist etwa 40-50m hoch und nur wenige Meter breit.

Das Außergewöhnliche an dieser Staumauer ist, es befindet sich auf der anderen Seite kein aufgestautes Wasser,

denn das kostbare Naß verschwindet nach kurzer Zeit irgendwo zwischen den Spalten der Kalksteinfelsen des Aquifers

und anderen unterirdischen Kanälen. Nur wenn es wirklich große Niederschläge im Gebirge gibt und das Wasser in

ungewöhnlichen Mengen zu Tale fließt, befindet sich für einige Zeit auch hinter der Staumauer ein geringer Wasservorrat.

Aber so etwas kommt in dieser Gegend nicht gerade allzuoft vor.

Als wir uns nach einem weiteren Ausgang aus dieser Schlucht umsahen, fühlten wir uns irgendwie beobachtet.

Nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass es an einem sanfteren Berghang eine Rinderranch gibt,

die von sehr eindrucksvollen Herdenschutzhunden bewacht wurde.

Das wir nicht allein in diesem verwunschen Tal waren war auch daran zu erkennen, dass überall die dünnen Erdkrume von

Wildschweinen aufgebrochen war.

Der Weg zu unserem Parkplatz musste dann wieder durch den Tunnel erfolgen, denn selbst wenn wir dem trockenen

Wasserlauf gefolgt wären, so wäre der Weg zum Auto für uns zu weit geworden. Da war der dunkele Tunnel dann

doch eine willkommene Abkürzung.

Und als wir dann endlich auf der Sonnenseite des Berges ankamen lag wieder einmal ein kleines Abenteuer hinter uns.

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Für heute soll es damit erst einmal genug sein und wir bedanken uns für euer Interesse.

Und wer Lust hat, kann uns ja vielleicht mal einen Eintrag in unserem Gästebuch hinterlassen.

Wir würden uns drüber freuen.

 

In den nächsten Tagen geht es dann weiter. Bis dahin alles Gute und die besten Grüße nach Deutschland.