Winterflucht 2019

La Vall de Laguar

2.Teil

Gestern, am 8.2.19, setzten wir unsere Küstentour, die wir am Vortag begonnen hatten,

und über die ich schon im ersten Teil berichtet hatte, weiter fort.

Nach ca. 60 Minuen Fahrzeit stießen wir bei der Playa el Portet wieder ans Meer. Es erwartete uns ein kleiner Sandstrand bei der

Urbanisation "Plà del Mar". Von hier aus ging die Fahrt bis nach Calpe ausschließlich durch Feriengebiet mit vielen Tavernen

und Restaurants, die sich an der Straße entlang zogen.

In Calpe angekommen, beeindruckt den Besucher als erstes der riesige Felsen des Berges "Penya d´Ifac", der mit seinen 332m Höhe

alles in der Stadt bei weitem überragt. Außerdem liegt direkt neben der größten Hauptstraße von Calpe eine alte und nicht mehr benutzte Saline.

Hier an der Saline, zwischen den ganzen Hotel-Hochhäusern und dem lauten Touristenrummel, tummeln sich hunderte Flamingo´s

Wir hatten das Glück, dass wir einem Vogelpärchen bei ihrem "Hochzeitstanz", dem Flamenco, zuschauen konnten.

Bei solch langen Hälsen muss man schon aufpassen, dass sich bei dem Tanz nichts verknotet.

Zum Abschluss des Tanzes bildeten dann die beiden Vögel das Symbol "Ein Herz für Tiere".

Calpe ist zwar sehr stark auf den Tourismus ausgeprägt, hat aber durch seine schöne und gepflegte Altstadt seinen Charme nicht verloren.

Natürlich ist ein Fotoshooting an der Saline eine Pflichtveranstaltung, denn Flamingo´s in freier Natur sieht man nicht überall.

Entlang des Sandstrandes zieht sich eine lange Promenade und es reihen sich Bar´s, Souvenierläden und Restaurants längs der Hotelanlagen.

Die Fahrt geht weiter Richtung Süden und so können wir von der Nationalstraße noch einen Blick auf den imposanten Penya d´Ifac werfen.

Bei unserem letzten Besuch in Calpe, im Jahr 2016, habe ich diesen Felsen bestiegen.

Nur wenige Kilometer später, kurz vor Altea, sah ich einen merkwürdigen Turm zwischen den Pinien und so bogen wir in eine

Seitenstraße ab, um uns dieses Gebilde einmal aus der Nähe anzuschauen.

Wie sich dann heraus stellte, handelte es sich um den Turm einer russisch-orthodoxen Kirche. Sie war von innen prunkvoll ausgestattet.

Am 11. November 2007 war sogar das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft schon einmal hier in diesem Gebäude.

Nach einem kurzen Aufenthalt an der Holzkirche ging es weiter nach Benidorm. Ich hatte eigentlich schon zu Anfang der Fahrt keine Lust

auf diese Stadt, die zu 90% aus Hotelanlagen und riesigen Hochhäusern besteht. Massentourismus ist einfach nicht mein Ding.

Doch als ich dann die aufgeräumte Stadt aus der Nähe zu sehen bekam, war ich schon ein wenig von diesem Flair beeindruckt.

Und dieses nicht zuletzt wegen der wahnsinnigen Fotomotive, die sich einem in einer solchen Stadt ergeben. Natürlich beeindruckt

einen am meisten die überwältigende Architektur, die mit ihren Bauwerken immer wieder neue Maßstäbe setzt.

Was lag also näher als sich einen erhabenen Aussichtspunkt zu suchen und die ganze Stadt in vielen einzelnen Aufnahmen abzulichten.

Und damit ihr euch mal einen Eindruck von der Größe dieses Ortes machen könnt, habe ich auch ein größeres Panorama von Benidorm gemacht.

Jetzt im Winter geht es an dem breiten Sandstrand noch ruhig und gelassen zu, aber in der Hochsaison ist hier wohl jedes

Fleckchen Strand von Menschen belegt. Das Wahrzeichen von Benidorm überragt alle anderen Gebäude um Längen.

In den Straßen der Stadt findet man immer wieder nett angelegte Blumenanlagen und Gärten. Alles ist sauber und gepflegt.

Aber auf der Rückfahrt zu unserem Campingplatz wurde mir dann schnell wieder klar,

warum ich mich in einem Urlaubsort wie Benidorm niemals so richtig wohl fühlen würde.

Mir gefällt einfach das natürliche und gewachsene Profil eines Landes und deren Menschen weit besser als dieser Pauschal-

und Massentourismus in diesen Freizeitfabriken. Ich schaue mir so etwas gerne einmal als Unbeteiligter an, mache ein paar Fotos

und lasse mich von dem künstlichen Luxus beeindrucken, aber danach fahre ich dann doch lieber wieder zurück zu einem der

vielen verträumten Dörfchen des Landes. Hoffentlich liegt es weit ab von solchen illustren Schauplätzen.

Gut das es in der heutigen Zeit für jeden ein passendes Urlaubsziel gibt ;-)

________________________________________________________________________________________________________________

Nun ist doch tatsächlich schon wieder eine Woche vergangen in der wir nichts über unsere Unternehmungen berichtet haben.

Aber mal ganz im Ernst, bei sonnigem Wetter mit einem spannenden Buch im Liegestuhl zu liegen, ist ab und an auch mal eine

schöne Sache und da kann man auch schnell mal den PC und den Bericht vergessen. Zwischenzeitlich waren wir wohl mal in der

nächst größeren Stadt dieser Gegend, in Dénia, und haben uns dort ein bisschen umgeschaut. 

Dénia liegt an der östlichen Mittelmeerküste und hat etwa 42000 Einwohner. Die Stadt liegt am Fuße des Berges Montgó und

ihre Geschichte reicht bis ins 1. Jahrhundert vor Christus zurück.

Von dem Hafen gehen regelmäßig größere Fähren hinüber zu den Balearen. In den letzten Jahren wurde der Fährhafen

erheblich erweitert.

Und so können nun auch die großen Autofähren in dem Hafen anlegen.

Gleich neben dem Fährhafen befindet sich der private Yachthafen mit seinen unzähligen Schiffen und Booten. 

Mitten in der Altstadt steht die Ruine des "Castillo de Dénia". Diese recht große Anlage wurde in der Zeit vom 11. bis zum 12. Jahrhundert auf

einem riesigen Felsen errichtet und überragt die ganze Stadt. Wir haben uns die Festung einmal angeschaut und den Ausblick von der

Burganlage auf die Stadt genossen. Der Eintritt lag bei 2,- Euro pro Person.

Doch um zu der Festung zu gelangen, mussten wir erst einmal den Berg besteigen. Dabei kamen wir an so manch schönem Wohnhaus vorbei. 

Oben angekommen, gibt es noch einige alte Mauern und Türme und ein zerfallenes Gebäude zu besichtigen.

Überall auf dem Gelände wird restauriert und gearbeitet und so manche Stellen in der Festung sind schon wieder recht

aussagekräftig hergerichtet.

An der höchsten Stelle des Berges steht das Hauptgebäude der Anlage. Die prunkvolle Treppe wurde inzwischen schon wieder hergestellt. 

Von der obersten Etage des Gebäudes hat man eine tolle Aussicht über die Stadt und die Apfelsinenplantagen des Hinterlandes.

Auch hier werden die einzelnen Gebäudeteile noch Stück für Stück restauriert.

An einigen Stellen kann man auch noch ein paar kleine Kunstwerke der damaligen Architektur finden, wie dieses Mosaik aus Kieselsteinen.

Bei der angenehmen Ruhe ist es kein Wunder, dass sich auch die großen Möwen gerne hier oben eine Ruhepause gönnen.

An vielen Stellen finden wir Aussichtsplattformen, von denen wir auf die Stadt hinab schauen können.

 

Und so kann man von oben in so manchen Hinterhof schauen und auch die schmalen Sträßchen mit ihren bunten

Reihenhäusern sind gut zu erkennen.

Und da die engen Gassen und die bunten Häuser uns ein wenig neugierig gemacht haben, wollen wir euch nun in die Altstadt

von Dénia mitnehmen. 

Von dem Burgfelsen wieder zurück in der Stadt, finden wir in vielen Straßen kleine Café´s und Bistro´s. 

Hier findet man wirklich für jeden Geschmack das richtige Gasthaus.

Überall stehen Tische und Stühle auf den Gehwegen und laden zu einem kleinen Päuschen ein. 

Dazwischen findet man immer wieder einzelne Hotel´s mit ebenfalls kleinen Straßencafé´s. 

In manchen Gassen reihen sich die zahlreichen Gasthäuser und Café´s aneinander und man kann sich gut vorstellen,

wie es hier wohl in der Hochsaison zugehen muss.

Immer wieder fallen uns die lebendigen Farben in den Straßenzügen auf. Vielleicht sind die Menschen hier

deshalb so freundlich und lebensfroh. 

In einer schmalen Seitenstraße befindet sich die große Markthalle und rund um die Halle findet an zwei Werktagen der Wochenmarkt statt. 

Dann gibt es an den Marktständen Gemüse und Obst in allen Variationen.

In der Markthalle stehen feste Stände, die täglich geöffent sind. Hier gibt es ebenfalls allerlei vegetarische Angebote,

aber auch vieles, was das Herz eines Fleischliebhabers erfreuen könnte. Frischer Fisch und Krustengetier werden in einer

kleinen Halle nebenan verkauft.

Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, spazierten wir wieder ein Stückchen an der Hauptstraße entlang in Richtung Hafen.

An der Hauptstraße findet man vorzugsweise modische Boutiken, Schmuckgeschäfte und ganz ganz viele Schuhgeschäfte.

Das Gebäude des "Roten Kreuzes" im Hafen von Dénia. Ob es zwischen dem Denkmal des Motorradfahrers auf seiner MV-Augusta

und dem Roten Kreuz einen Zusammenhang gibt kann ich leider nicht sagen. 

Hier unten im Hafenviertel sind die Sträßchen ebenso bunt und lebendig wie die in den Einkaufsbereichen der Stadt.

Was uns sofort wieder auffällt ist, wie gepflegt und sauber die Straßenzüge hier in dieser Region von Spanien doch sind. 

Und wenn sich dann mal zwischen den Häuserreihen ein kleiner Durchgang zeigt, so kann es sein, dass sich dahinter eine gemütlicher,

sonniger Platz befindet, auf dem einige Tische und Stühle stehen und an denen man zu spanischer Gitarrenmusik

ein angenehmes Kaltgetränk genießen kann.

_________________________________________________________________________________________________________________

Gestern war Dienstag, der 19.2.19  und wir hatten den Vormittag am Wohnmobil vertrödelt, was auch mal ganz schön war.

Gegen frühen Nachmittag haben wir dann aber doch noch unseren inneren Schweinehund überwinden können

und haben ein wenig Nahgebietserkundung betrieben.

Nur ein paar Steinwürfe von unserem Dorf entfernt, in Fontilles, liegt in einem kleinen Tal das alte "Sanatorio San Francisco de Borja".

Am Eingang zu dem Tal gab es in früheren Jahren wohl auch Kontrollen, wer ins Sanatorium hinein oder heraus wollte, denn

bei dieser Klinik handelt es sich um das letzte ausschließlich für Leprapatienten zuständige Sanatorium in Europa. Ursprünglich gab

es in Spanien einmal 4 Lepra-Stationen.

 

Fontilles liegt etwa 230m über dem Meer und zu dem Sanatorium gehören etwa 35 Gebäude, die auf einer Fläche von zirka 700 000 m²

verteilt liegen. Viele der alten Gebäude sind baufällig oder verfallen und werden nicht mehr bewirtschaftet.

Das Sanarorium wurde 1909 von dem Jesuiten CarlosFerris und von Joaquin Ballester eingerichtet.

Neben landwirtschaftlichen Gewerken gab es eine Gärtnerei, einen Schlosser- und einen Druckereibetrieb.

Als das Sanatorium in Fontilles errichtet wurde, war es kein Wunder, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer aus Furcht

versuchten, den Bau zu verhindern.

Als schließlich der Widerstand in der Bevölkerung bedrohliche Ausmaße annahm, wurde das gesamte Gelände 14 Jahre nach

seiner Eröffnung  mit einer festungsartigen Mauer versehen.

Mit 3,8 km Länge und einer durchschnittlichen Höhe von 3 m schottete diese Mauer die Patienten von der Umwelt ab.

Sie gab den Kranken Sicherheit und allmählich ließ die Angst der Dorfbewohner nach.

Wegen der Abgeschlossenheit hatte der Komplex ein eigenes Theater sowie ein eigenes Kino. Man war weitgehend autark.

Bei unserem Spaziergang durch das Gelände der Klinik haben wir nur wenige Menschen gesehen.

Meistens waren die Gebäude und die Straßen wie ausgestorben.

Die Kirche des Sanatoriums steht etwas abseits an einem kleinen Kiefernwald. Direkt daneben gibt es eine kleine Quelle.

Das Sanatorium hatte ursprünglich Platz für 400 Patienten. Heute leben nur noch wenige Patienten auf dem Klinikgeländen.

Die meisten der heute noch im Sanatoriumskomplex lebenden Patienten haben ihre ursprünglichen sozialen Bezüge verloren.

San Francisco de Borja wurde hierdurch zu ihrer neuen Heimat. Die Kosten für die Behandlung und Betreuung der Patienten

stammen zu 75 Prozent aus Spendenmitteln. Die restlichen 25 Prozent kommen von der Region Valencia.

Aber auch wenn die Lepra-Krankheit in Europa heutzutage eine sehr seltene Krankheit geworden ist, so kommen doch jährlich

etwa 4–5 neue Fälle hinzu, die in der Regel aus örtlich begrenzten Lepra-Gebieten stammen.

Daneben werden aber auch noch eine Reihe ambulanter Patienten betreut.

Der Hauptkomplex des "Sanatorio San Francisco de Borja" mit weitem Blick bis zum Meer bei Dénia.

________________________________________________________________________________________________________________

Für heute soll es damit erst einmal genug sein und wir bedanken uns für euer Interesse.

Und wer Lust hat, der kann uns ja vielleicht auch mal einen Eintrag in unserem Gästebuch hinterlassen.

Wir würden uns auf jeden Fall sehr darüber freuen.

 

In den nächsten Tagen geht es dann weiter. Bis dahin alles Gute und die besten Grüße nach Deutschland.

 

zurück zum ersten Teil